Wenn man noch keine Kinder hat und an Neugeborene denkt, dann kommen einem gleich viele schöne Dinge in den Sinn: Süße Winzlinge, die so klein sind, dass sie auf einen Unterarm passen, zerknautschte kleine Gesichter, wohl duftende kleine Geschöpfe, die man gerne beim Schlafen beobachtet, mini Füße und Hände, deren Abdrücke man machen möchte, um festzuhalten, wie klein sie sind. Das Gedächtnis ruft lauter niedliche Bilder hervor.

Ist man dann in der glücklichen Position, ein Baby zu bekommen, wird man von tiefsinnigeren Gedanken begleitet. Ängste und Sorgen, kombiniert mit einem einzigartigen Gefühlscocktail bringen eine ganz neue Perspektive auf die Dinge. Diese große Veränderung und zugleich Herausforderung,  beschert uns neue Facetten des Lebens.

Am Anfang wirkt der winzige Mensch noch sehr hilflos und genauso hilflos fühlt man sich teilweise auch. Denn nach der Geburt wird das Kleine nicht mehr im Mutterleib versorgt. Es ist auf der Welt und es erlebt alles zum aller ersten Mal. Nun sind die Eltern dafür zuständig, dass es alles bekommt, damit es ihm gut geht.

Ich möchte Sie mit den nächsten Zeilen nicht weiter damit langweilen, welche Pflichten Sie erfüllen müssen. Es gibt genug Elternratgeber, die Sie als Vorbereitung lesen können. Konzentrieren wir uns weiterhin auf die schönen Dinge:

Die ersten drei Monate sind besonders aufregend und spannend, denn die Entwicklung Ihres Sprösslings schreitet rasend schnell voran. Sie werden die Zeit anhalten wollen. Nicht nur die Geschwindigkeit der Gewichtszunahme und das Wachstum werden Ihnen schnell vorkommen, auch die geistige und physische Entwicklung wird Sie zum Staunen bringen.

In den ersten Tagen und Wochen werden Sie das Baby selten wach erleben. Wenn es dann wach ist, werden die Bedürfnisse gestillt. Es gibt kaum Wachphasen, die eine Spiel- oder Vorlesestunde erlauben. Nicht schlimm, denn in dieser Zeit muss sich die neu gebackene Mutter von den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt erholen. Gönnen Sie sich in dieser ersten Zeit auch viel Ruhe und Erholung. Nutzen Sie die langen Still- und Schlafzeiten zum Ausruhen. Anfangs braucht das Baby noch viel Zeit zum Trinken, das ändert sich nach einigen Wochen. Wenn Sie anfangs denken, die Stilldauer von einer Stunde ist im Alltag schwer unterzubringen, dann seien Sie beruhigt, denn dies kann sich schnell auf 10 Minuten reduzieren. Schlafgewohnheiten gibt es noch keine, denn das Baby kennt keine Nachtruhe, es schläft, wann es schlafen muss und das bis zu insgesamt 18 Stunden täglich. Kleine Nickerchen sind in der ersten Zeit die Regel, denn getrunken wird regelmäßig und mit kurzen Abständen. Auch dies ändert sich rapide: Von Woche zu Woche, werden die Schläfchen länger, dafür aber auch die Wachphasen. Sie werden sich in den ersten drei Lebensmonaten öfter umstellen, als Sie glauben.

Irgendwann in dieser Zeit wird das Schönste passieren, was alle schmerzhaften Erinnerungen verblassen lässt. Ihr Baby wird zum ersten Mal lächeln und ab da an, immer öfter. Aus einem leeren Blick wird ein fixierender und Ihr Kind wird Sie in diesen ersten Monaten lieben und schätzen lernen. Sie werden spüren, dass es Sie erkennt und sich bei Ihnen beruhigt. Diese Momente vergessen Sie nicht so schnell, und diese erleben Sie nicht gleich zu Beginn, sondern alles nach und nach. Freuen Sie sich auf die ersten kontrollierten Bewegungen, das fest Umklammern, wenn Sie Ihr Baby hochhalten und auf der Schulter tragen. Ein Neugeborenes wirkt kurz nach Geburt noch abwesend, ein paar Wochen weiter und es reagiert auf Ihre Stimme und hört Ihnen zu, wenn Sie etwas erzählen. Der Kopf wackelt nicht mehr, die Muskulatur stabilisiert sich, das Interesse an Spielzeug steigt und Ihr Kleines kann sich schon für einige Zeit alleine beschäftigen. Auch das bittere und laute Weinen wird nach und nach seltener. Es kommt ein Nörgeln oder Beschwerdelaute dazu, die Kommunikation verbessert sich enorm. Sie werden die Stimme immer öfter hören, dabei probiert Ihr kleiner Schatz viele interessante Methoden, Laute mit Mund und Zunge zu erzeugen. Die ersten Babytöne sind unterhaltsamer als jeder spannende Film.

Seien Sie also gespannt, was die ersten 3 Monate bringen, denken Sie weniger an Dreimonatskoliken und schlaflose Nächte, sondern mehr an Babylächeln und eine wunderschön wachsende Mutter-Vater-Kind-Beziehung.